Brot in einem gusseisernen Topf

Selbst Brot zu backen heißt für mich, unabhängig von Öffnungszeiten und Mehlmischungen von Bäckern zu sein. Meine Familie wird kaum glauben, dass ich einen Rezeptartikel zum Thema Brot veröffentliche, ist doch eine beliebte Familienanekdote mein mittlerweile berühmtes „Mischbrottrauma“. Damit meine ich dieses typische Brot aus Weizen und Roggen, braun gebacken mit diesen komischen eingedrückten Punkten. Aber das habe ich hinter mir gelassen und experimentiere auch mit Brot. Mein Ziel ist es, selbst Brot zu backen, das MIR schmeckt. Heute habe ich für euch ein tolles Brotrezept dabei und zeige euch, wie leicht Schwarzbierbrot selbstgemacht ist.

Brotteig in Plastikschuessel
Am Anfang sieht ein Brotteig nur mit viel Fantasie nach Brot aus. Aber keine Angst, das wird schon noch!

Brot selber backen: Geduld ist eine Tugend

Selbst Brot zu backen bedeutet dabei auch: Geduld haben. Es ist nichts, was ihr zwischen Tür und Angel erledigen solltet. Und in der Regel ist das erste Brot noch nicht perfekt (oft auch das zehnte oder fünfzigste nicht, denn Mehlsorte, Temperatur etc. haben immer wieder Auswirkungen auf das Endergebnis). Ich musste auch einige Male herumprobieren, bis ich langsam ein Gefühl für Brotteig bekam. Aber: Nicht entmutigen lassen! So habe ich diesen Freitag mehrere Brote gebacken und über eines davon reden wir lieber nicht 😉 Daher ist es vor allem als „Brotanfänger“ ratsam, sich an vermeintliche gelingsichere Rezepte zu halten. Meiner Erfahrung nach funktionieren zum Beispiel Hefeteigrezepte ein bisschen einfacher als Sauertreigrezepte; und lieber nach Rezepten mit einer langen Ruhezeit backen als zu wenig, denn hier liegt oft der Teufel im Detail vergraben. Wer die Herausforderung sucht, kann sich natürlich an wesentlich komplexeren Rezepten versuchen. Einer der bekanntesten Brot-Foodblogs im Internet mit vielen spannenden Rezepten ist der Plötzblog – schaut ruhig mal vorbei, während euer Schwarzbierbrot „geht“.

Schritt 2: Der Teig ist gegangen (man sieht, wie glatt er ist) und wartet darauf, gebacken zu werden.

Euer eigenes Schwarzbierbrot: Mit Geduld undeinem gusseiernen Topf

Heute möchte ich ein Rezept mit euch teilen, das bei mir wunderbar funktioniert hat. Auch hier braucht man ein bisschen Geduld, denn der Teig ruht über Nacht. Aber dafür hat man am nächsten Vormittag einen herrlichen Duft nach frisch gebackenem Brot in der ganzen Wohnung. Und zum ersten Mal habe ich Brot in einem gusseisernen Topf gebacken (Empfehlung von Kollegen und auf anderen Blogs, die schon viel mehr Brotbackerfahrung haben als ich). Was soll ich sagen: Hätte ich das schon mal früher ausprobiert! Das Ergebnis hat mich umgehauen. Übrigens zeigt das Bilder aber auch: Nobody’s perfect. Beim Umschichten von der Schüssel ins Backpapier war ich zu unsanft und der schön glatte Teigling ist an den Seiten etwas aufgerissen. Aber das sind nur kleine Schönheitsfehler und sie haben dem Geschmack zum Glück keinen Abbruch getan.

Schwarzbierbrot auf Backpapier fertig gebacken
Dunkel und mit einer herrlichen Kruste – so habe ich mir mein eigenes Schwarzbierbrot auch vorgestellt

Rezpet für selbstgemachtes Schwarzbierbrot

Ihr wollt das auch? Das müsst ihr tun, um euer eigenes frisches, knuspriges Schwarzbierbrot in den Händen zu halten:

Knuspriges Schwarzbierbrot
Portionen: 1 Brot
Autor: Katharina1509
Zutaten
  • 250 g Weizenmehl (Type 1050)
  • 220 g Weizenmehl (Typ 550)
  • 50 g Roggenvollkornmehl
  • 10 g Backmalz
  • 12 g Salz
  • 200 g Schwarzbier
  • 170 g Wasser
  • 2 g frische Hefe
Anleitungen
  1. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und kurz miteinander verrühren, bis ein gleichmäßiger Teig entstanden ist. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und bei Zimmertemperatur (ca. 20 - 22 Grad) für 2 Stunden gehen lassen.

  2. Teig bearbeiten, indem mit einem Silikonschaber oder Teigspachtel am Rand immer von unten nach oben etwas Teig "gezogen" und zur Mitte geführt wird. Mehrmals für 1 - 2 Minuten wiederholen (der Teig fällt in dieser Zeit etwas in sich zusammen, das ist vollkommen normal). Wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und ca. 12 - 14 Stunden (am besten über Nacht) weiter bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

  3. Teig auf ein Stück Backpapier geben und von jeder Seite (oben, unten, rechts, links) einmal das äußere Teigende zur Mitte falten. Den Brotteigling umdrehen und auf dem Backpapier nochmal für 2 Stunden Ruhezeit in eine Schüssel (nicht zu groß, im Idealfall genauso groß wie der Topf) geben.

  4. Bei 210 Grad Ober-/Unterhitze einen gusseisernen Topf (Achtung, falls Plastikgriff -> abschrauben!) auf einem Gitterrost in der mittleren Schiene für 20 - 30 Minuten erhitzen.

  5. Wenn eine aufgebrochene Kruste gewünscht ist, den Teigling mit einem scharfen Messer mehrmals einschneiden. Dann den Brotlaib mit dem Backpapier aus der Schüssel in den vorgeheizten Topf geben und mit dem Topfdeckel verschließen. Für 30 Minuten im Ofen backen, danach Deckel abnehmen und für weitere 15 - 20 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen, aus dem Topf heben und abkühlen lassen. Dann einfach nur noch schmecken lassen mit Wunschbelag...

Ich wünsche euch gutes Gelingen und freue mich über eure Erfahrungsberichte! Ihr wollte nicht gleich ein ganzes Brot, sondern lieber Brötchen backen? Wie wäre es mit meinen selbstgemachten Burger-Brötchen? Was auch immer ihr backt: Genießt den Duft, der eure Wohnung beim Brotbacken durchströmt!

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