Heute gibt es für euch Infos, die die Meinungen vermutlich arg teilen wird. Genau heute gibt es nämlich eine Neuerung auf dem Foodmarkt: Insektenburger und Insektenbällchen für zuhause. Ich finde das deshalb interessant und relevant, weil Insekten gerade international in der Straßenküche eine große Rolle spielen. Auch auf Streetfood-Festivals war das eine oder andere Mal schon eine exotische Speise mit Insekten vertreten. Daran scheiden sich die Geister. Was woanders ganz normal ist, erregt in unserem Kulturkreis viel Aufmerksamkeit. Das erklärt auch das Medienecho rund um die neuen Produkte bei der Supermarktkette Coop in der Schweiz. Wer neugierig ist, kann dort ab jetzt zwei Produkte aus Insekten probieren. Die Burger und Bällchen sind sogar im handlichen Streetfood-Format.

Insektenburger und -bällchen

Die offizielle Mitteilung vom Coop inklusive Videos und Bildern gibt es direkt bei der Supermarktkette. Wer sich näher für die Inhalte interessiert: Die Zutaten im Burger sind Mehlwürmer, dazu noch Reis, Karotten, Sellerie und Lauch sowie etwas Chili. Auch bei den Bällchen sind etwa Kichererbsen und diverse Gewürze untergemischt, wie bei jedem anderen Essen auch. Also optisch unterscheiden sich die Gerichte nicht von welchen mit „normalen“ Falafeln, Burgerpattys etc. Und wie ist die Meinung? Ich glaube: abwartend. Die Medien berichten über die neuen Produkte, aber probiert hat noch keiner. Eines der Pro-Argument ist, dass diese Lebensmittel eine hohen Proteingehalt haben. Eine Meinung über den Geschmack muss sich eh jeder persönlich bilden.

 
Gefüllte Tortillas mit Insektenbällchen. (c) Coop

Das sagt die Presse

  • Spiegel online ist da ganz neutral.Interessanter Fakt: In Deutschland sind Insekten noch nicht als Lebensmittel zugelassen. Das ist in jedem Land unterschiedlich, in der Schweiz dürfen seit dem 1. Mai 2017 Heuschrecken und Co verarbeitet und als Essen verkauft werden.
  • Das Magazin Blick bringt mit der Überschrift über „Krabbelviecher“ natürlich schon eine ziemlich negativ angehauchte Werbung rein, der Artikel selbst ist angenehm neutral. Aber die entfachte Diskussion in den Kommentaren ist hoch emotional. Hier gibt es durchaus einige Skeptiker, wobei ich den meisten vorwerfen würde, dass die Ablehnung kategorischer Natur ist und sie die Produkte oder Insekten allgemein noch nie probiert haben.
  • Die Welt ist auch eher deskriptiv unterwegs. Interessant finde ich hier allerdings die Kategorie-Zuordnung „Proteinquelle“. Ich nehme an, es gibt nicht viele Artikel mit diesem Schlagwort 😉
  • Sogar die Plattform chip.de hat sich dem Thema gewidmet, obwohl doch eher fachfremd. Besonders interessant ist die Umfrage am Ende, ob man selbst vom Ekelfaktor bestimmt ist oder doch mal probieren würde. Heute (Stand 21.08.2017) haben bis jetzt 240 User teilgenommen, von denen doch 54% angegeben haben, sie würden gerne mal probieren. Anscheinend sind doch einige sehr aufgeschlossen.
  • Völlig in die andere Richtung geht die Lesermeinung auf dem Portal t-online. Hier gibt es auch eine Umfrage. Bei 378 Stimmen (Stand 21.08.2017) votieren 60% für die Aussage „wie ekelig“, der Rest stimmt für ganz lecker.

Gerade die Umfragen sind natürlich nicht repräsentativ, vor allem wenn neutrale Aussagemöglichkeiten fehlen wie „klingt interessant, ich würde zumindest probieren“. Denn zwischen eklig und lecker liegt eine ganze Welt. Mediale Aufmerksamkeit ist dem Start-up Essento aber definitiv sicher. Ich warte neugierig auf die ersten realen Erfahrungsberichte. Wenn einer meiner Leserinnen und Leser sich an Insektenburger oder Insektenbällchen gewagt hat, weil er oder sie aus der Schweiz kommt oder dort einen Urlaub verbracht hat, dann schreibt mir gerne eure Meinung unter den Beitrag. Ich bin sehr gespannt!

 

 

 

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